Roboter in der Pflege: Deutscher Bundestag erteilt Universität Gutachtenauftrag

Roboter in der Pflege: Deutscher Bundestag erteilt Universität Gutachtenauftrag

 Welche Potenziale und Grenzen haben Roboter aus pflegewissenschaftlicher Sicht? Antworten auf diese Frage sucht die Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück in Kooperation mit der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar. Gemeinsam erstellen beide Einrichtungen im Auftrag des Deutschen Bundestages ein Gutachten für das Büro für Technikfolgen-Abschätzung (TAB).

Dass sich Mensch und Maschine zunehmend annähern, ist unübersehbar. Da mittlerweile die Robotik und Neurotechnologie so weit fortgeschritten sind, können und sollen in Zukunft nicht zuletzt in der Pflege vermehrt autonome Assistenzsysteme eingesetzt werden. Dabei reicht das Funktionsspektrum der Roboter von Transportaufgaben bis zu der Fähigkeit zur sozialen Interaktion.

In Deutschland werden die teils autonomen Robotiksysteme bisher vorwiegend in Forschungskontexten eingesetzt. Doch wie ist ein Einsatz in der Pflege zu beurteilen? Welche Herausforderungen sich dahinter verbergen, wird nun das Team unter der Leitung von Prof. Dr. Hartmut Remmers von der Universität Osnabrück in Zusammenarbeit mit der Hochschule Vallendar in einem Gutachten beurteilen. »Zum einen gilt es zu identifizieren, wie hoch der Bedarf an Robotertechnologie in pflegerischen Versorgungsprozessen ist. Zum anderen führt das Potenzial der neuen Technologie zu wichtigen ethischen Fragestellungen«, umreißt Remmers die Aufgaben. Darüber hinaus wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beurteilen, welche praktischen Anforderungen der Technologieeinsatz an das     Pflegepersonal aber auch an weitere Nutzergruppen stellt.

»Im Fokus unserer Untersuchung stehen die potentiellen Auswirkungen des Einsatzes autonomer Assistenzsysteme auf die Gesamtheit des Pflegearrangements«, erklärt Anne Koppenburger. Neben Remmers und Koppenburger ist darüber hinaus André Heitmann-Möller von der Arbeitsgruppe Pflegewissenschaft der Universität Osnabrück an dem Projekt beteiligt. Kooperationspartner auf Seiten der Philosophisch-Theologischen Hochschule Vallendar wird Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler sein.

Das Gutachten ist Teil des Projekts „Mensch-Maschine-Entgrenzung“ des TAB mit einem Fokus auf Robotik in der Pflege und Rehabilitation. Das TAB arbeitet im Auftrag des Deutschen Bundestages; es ist eine selbstständige wissenschaftliche Einrichtung und berät den Bundestag in Fragen des wissenschaftlich-technischen Wandels.

Weitere Informationen:
André Heitmann-Möller und Anne Koppenburger, Universität Osnabrück
Institut für Gesundheitsforschung und Bildung
Abteilung Pflegewissenschaft
Fachbereich Humanwissenschaften
Barbarastraße 22 C, 49076 Osnabrück
Tel. +49 541 969 7131 und -2449
anne.koppenburger@uni-osnabrueck.de
andre.heitmann@uni-osnabrueck.de

Alt werden auf dem Land hat Zukunft

Alt werden auf dem Land hat Zukunft

Gelungener Auftakt für das Projekt Dorfgemeinschaft 2.0

Am Freitag, 18.03.2016, fand in Neuenhaus die öffentliche Auftaktveranstaltung für unser Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ statt. Mehr als 200 interessierte Bürger aus der Grafschaft Bentheim und dem südlichen Emsland sowie die beteiligten Verbund-Projektpartner nahmen daran teil.

Armanda ten Brink, Foto © Franz Frieling
Armanda ten Brink, Foto © Franz Frieling

Für den musikalischen Auftakt war die Sopranistin Armanda ten Brink eingeladen. Die sympathische Sängerin sorgte am Klavier für einen gelungenen Start in einen informationsreichen Tag.

Mit dem Projekt „Dorfgemeinschaft 2.0“ haben wir uns zur Aufgabe gemacht, innerhalb der nächsten fünf Jahre die passende Infrastruktur für eine alternde Gesellschaft gefunden zu haben. Dabei greifen wir den Wunsch der Menschen auf, selbstbestimmt zu Hause alt werden zu wollen.

Um im Alter ein möglichst hohes Maß an Lebensqualität zu erhalten, bieten sich bedarfsgerechte technische Lösungen und die Wiederbelebung der traditionellen Dorfgemeinschaft an. Basis für diese Gemeinschaft soll ein virtueller Dorfmarktplatz sein. Auf diesem Dorfmarktplatz könnten Nachbarn zusammenkommen oder Dienstleister Ihre Unterstützung anbieten, z.B. den Einkauf vom Wochenmarkt mitbringen oder eine Mitfahrgelegenheit anbieten und damit die Versorgung für ältere Menschen verbessern.
Daneben beschäftigen wir uns mit weiteren Lebensbereichen wie dem Wohnen. Intelligente Assistenzsysteme werden uns in Zukunft zu Hause viele Dinge des täglichen Lebens erleichtern. Wir möchten Lösungen testen und entwickeln, mit deren Hilfe ein selbstbestimmtes und seniorengerechtes Wohnen auch im Alter und bei eingeschränkter Beweglichkeit sichergestellt werden kann. Dabei soll moderne Technik das Leben erleichtern und kein Hindernis für alte Menschen darstellen.

Angelika Frederking (l) und Thomas Nerlinger (r), Foto © Franz Frieling
Angelika Frederking und Thomas Nerlinger, Foto © Franz Frieling

Möglichst lange zu Hause wohnen zu können bedeutet aber auch mobil zu bleiben. Mit dem dritten Themengebiet, der individuellen Mobilität, möchten wir unterschiedlichste Szenarien untersuchen und unsere Projektpartner bei der aktiven Umsetzung unterstützen.

Der Lebensraum Pflege und Gesundheit bildet den vierten wichtigen Baustein im gesundheitsbezogenen Versorgungskonzept des Projekts. Hierbei möchten wir unterschiedlichste Lösungen aufzeigen wie eine ärztliche und pflegerische Versorgung auf dem Land gewährleistet werden kann.

Bei allen Themen ist es uns wichtig, dass neben dem wissenschaftlichen Ansatz der praktische Nutzen im Vordergrund steht. Unser Ziel ist es, tragfähige Geschäftskonzepte in der Region entstehen zu lassen, die am Ende des Projekts fortbestehen.
Das Projekt Dorfgemeinschaft 2.0 lebt von seinen Akteuren und den Bürgern in der Region. Wir wünschen uns, dass Sie dabei mitmachen und sich aktiv bei uns einbringen. Melden Sie sich bei uns, wenn Sie bereit sind neue technische Assistenzssysteme für uns auszuprobieren, für Interviews zur Verfügung stehen oder Sie sich über unsere Arbeit informieren wollen. Das Projekt bietet großartige Chancen für die Regionen Grafschaft Bentheim und das südliche Emsland – und die Menschen, die hier leben. Machen Sie mit!

Impressionen